Die Legenden
Drei Spieler, die weit über Augsburg hinaus Geschichte geschrieben haben.
Ernst Lehner (1912–1986)
Eine deutsche Fußball-Ikone der 1930er Jahre — 65 Länderspiele, 31 Tore.
Ernst Lehner: Ernst Lehner wird am 7. November 1912 in Augsburg geboren, er stirbt am 10. Januar 1986 in Aschaffenburg. Lehner ist eine deutsche Fußball-Ikone, der in den 1930-er Jahren für Schwaben Augsburg und während des Zweiten Weltkrieges für Blau-Weiß 90 Berlin aktiv ist. Lehner gilt als bester deutscher Rechtsaußen seiner Zeit und absolviert von 1933 bis 1942 65 Länderspiele.
Er ist lange Zeit Rekordnationalspieler und Rekordtorjäger und nimmt an den Weltmeisterschaften 1934 und 1938 teil. Nach dem Krieg spielt er noch bis zum Jahr 1952 Fußball – zunächst für Schwaben Augsburg und dann für Viktoria Aschaffenburg. Ernst Lehner ist Mitglied der legendären Breslau-Elf, die 1937 in Breslau Dänemark mit 8:0 schlägt und im gleichen Jahr zehn von elf Länderspielen gewinnt.
Sein größter sportlicher Erfolg ist der dritte Platz mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien.
- Länderspiele
- 65
- Länderspieltore
- 31
- Torschützenkönig
- 6×
Bernd Schuster
Europameister 1980, Europapokalsieger mit Barcelona — und er begann in Augsburg.
Bernd Schuster wird 1980 Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft und 1982 Sieger des Europapokals der Pokalsieger mit dem FC Barcelona. Schuster beginnt seine fußballerische Karriere 1971 in der Jugend beim Augsburger Stadtteilverein SV Hammerschmiede. Er wechselt 1976 zum FC Augsburg und 1978 zum 1. FC Köln.
Im Oktober 1980 verlässt er Deutschland und schließt sich dem FC Barcelona an. Später spielt er für Real Madrid und Atletico Madrid und ist neben dem Spanier Miquel Soler einer von nur zwei Spielern, die für die drei größten Vereine in Spanien (Barca, Real und Atletico) als Spieler auflaufen. Schuster wird im Jahr 1985 und im Jahr 1991 zum besten ausländischen Spieler in der Primera División gewählt.
Helmut Haller
WM-Finaltorschütze 1966, Superstar in Bologna und Mailand — und Augsburgs größter Sohn.
spielt als Halbstürmer oder Mittelfeldspieler von 1958 – 1970 in der deutschen Fußballnationalmannschaft und kommt in 33 Länderspielen zum Einsatz. Dabei erzielt er 13 Tore. Haller läuft in seiner Jugend beim damaligen BC Augsburg auf, in dessen Diensten er auch die ersten 19 seiner 33 Länderspiele bestreitet. Haller spielt von 1957 bis 1962 mit dem BCA 85 Ligaspiele in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga Süd und erzielt 24 Tore. Sogar als der BCA ein Jahr zweitklassig spielt, kommt Haller zu Länderspielehren. 1962 wird er Profifußballer und spielt für den FC Bologna (1962–68) und für Juventus Turin (1968–73). Er wird dreimal italienischer Meister (1964 mit Bologna sowie 1972 und 1973 mit Juventus Turin). Mit der Nationalmannschaft nimmt Haller an den Weltmeisterschaften 1962, 1966 und 1970 teil und ist neben Karl-Heinz Schnellinger, Albert Brülls, Robert Huth und Shkodran Mustafi einer von fünf Spielern, die seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 in der Nationalmannschaft zum Einsatz kommen, ohne vor der ersten Länderspielberufung in der Bundesliga gespielt zu haben.
1973 kehrt Haller nach Augsburg zurück und spielt fortan für den aus der Fusion von BC Augsburg und dem Lokalrivalen TSV 1847 Schwaben Augsburg hervorgegangenen FC Augsburg. Der in seiner Jugend aufgrund seiner schmächtigen Figur nur „Hemad" (Hemd) genannte Mittelfeldspieler löst mit seiner Rückkehr aus Italien im bayerischen Schwaben eine große Fußballbegeisterung aus. Am Ende der Spielzeit 1973/74 wird der FC Augsburg Meister in der Regionalliga Süd und nimmt an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil. Haller bleibt für weitere zwei Jahre und läuft von 1974 bis 1976 für Augsburg in der neu geschaffenen 2. Bundesliga Süd auf. Nach einem kurzen Intermezzo in Schwenningen kehrt er für seine letzte aktive Saison 1978/79 in die Heimat zurück — deutlich gewichtiger und eher Standfußballer, aber immer noch mit einer außergewöhnlichen Technik ausgestattet.
- Länderspiele
- 33
- Tore
- 13
- WM-Finale 1966
- Torschütze zum 1:0
FCA im Liga-Vergleich
Die Macher der Neuzeit
Zwei Männer, die den FCA in der Bundesliga etabliert haben.
Stefan Reuter
Im Dezember 2012 kommt der Weltmeister von 1990 als Geschäftsführer Sport — und krempelt alles um.
Im Dezember 2012 kommt Stefan Reuter als Nachfolger von Jürgen Rollmann als Geschäftsführer Sport nach Augsburg und krempelt den damals vom Abstieg bedrohten Verein komplett um. Er hält an Trainer Weinzierl fest und holt mit André Hahn und dem vom AFC Sunderland ausgeliehenen Ji Dong-won zwei neue Kräfte im Offensivbereich, die den Verein zurück in die Erfolgsspur bringen und optimal im System von Weinzierl funktionieren. Im Zeitraum von 2012 bis 2019 hält der Klub sicher die Klasse und schafft es das Image eines Teams, das stets als Abstiegskandidat genannt wird, abzulegen.
Mit geringem Etat und geschickten Transfers.
Markus Weinzierl
Vier Jahre lang dirigiert der Oberbayer die Schwaben — und feiert die bis heute größten Erfolge.
Vier Jahre lang dirigiert der Oberbayer die Schwaben und feiert die - bis heute - größten Erfolge des FCA. Zur Spielzeit 2012/13 übernimmt Weinzierl das Amt des Cheftrainers und stellt nach einer durchwachsenen Hinrunde die defensive Spielweise der Augsburger um. Weinzierl fordert seine Spieler zu mehr Selbstbewusstsein auf und setzt in der Rückrunde auf starken Offensivfußball - mit Erfolg!
Augsburg schafft nicht nur völlig überraschend den direkten Klassenerhalt, sondern kann sich über eine Punkteausbeute auf Europacup-Niveau in der Rückrunde freuen. In der folgenden Saison setzt sich der Erfolg fort. Das Team gerät nie in wirkliche Abstiegsgefahr und erreicht unter Leitung des Straubingers den achten Platz, was die bis dahin erfolgreichste Bundesliga-Platzierung der Augsburger bedeutet.
In der folgenden Spielzeit 2014/15 steigern sich die nach wie vor auf Abstiegsverhinderung fokussierten Augsburger ein weiteres Mal. Am Ende der Saison stehen sie auf Tabellenplatz fünf und feiern neben dem besten Saisonabschluss aller Zeiten auch die erstmalige Europapokalteilnahme. Markus Weinzierl wechselt 2016 mit den Worten zu Schalke 04: ,, Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten, jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen.” Auf Schalke bleibt Weinzierl der Erfolg verwehrt.
Die Entlassung erfolgt im Juni 2017.
- Amtszeit
- 2012–2016
- Bestes Ergebnis
- Platz 5 + Europa League
Reuters Ära und der Demirović-Rekordabgang
Stefan Reuter prägte den Verein über elf Jahre — bis seine wachsend kritisierte Transferpolitik im September 2023 das Ende seiner Amtszeit besiegelte.
Stefan Reuter — elf Jahre Sportchef
Von Dezember 2012 bis September 2023 lenkt der Weltmeister von 1990 die sportlichen Geschicke des FCA — am Ende mit wachsender Kritik an seiner Transferpolitik.
Der Weltmeister von 1990 ist von Dezember 2012 bis September 2023 Geschäftsführer Sport des FC Augsburg und damit über elf Jahre einer der dienstältesten Sportdirektoren der Bundesliga. Im September 2023 beendet Stefan Reuter nach knapp elf Jahren seine Tätigkeit beim FCA.
Demirović wird mit 21-Mio-Wechsel zum teuersten FCA-Abgang
Der bosnische Stürmer trifft zwischen 2022 und 2024 effizienter als jeder FCA-Bundesligaspieler vor ihm und wechselt 2024 zum VfB Stuttgart.
Ermedin Demirović schreibt sich zwischen 2022 und 2024 in die Vereinsgeschichte ein. Der bosnische Stürmer wird zum effizientesten Torjäger der FCA-Bundesliga-Historie und wechselt im Sommer 2024 für eine Ablösesumme von rund 21 Millionen Euro zum VfB Stuttgart. Es ist der teuerste Abgang in der Geschichte des Vereins — und übertrifft damit den bisherigen Rekord von Abdul Rahman Baba (20 Mio., Chelsea, 2015).