'Die Puppen tanzen weiter durch die Bundesliga' — steht auf den T-Shirts. Alexander Manninger ist ein stiller Genießer. Während seine Mitspieler einen Jubelkreis bilden, hält er sich abseits. 'Unglaublich', stammelt er im Sky-Interview. 'Die Stadt ist gut, die Typen sind gut.' Sascha Mölders: 'Dass er den Elfmeter gehalten hat, war der Schlüssel zum Sieg.' Ein very Special Moment.
Nach dem Schlussjubel tragen die Hostessen von der Brauerei die Bier-Humpen in T-Shirts mit dem Spruch des Tages: „Die Puppen tanzen weiter durch die Bundesliga“ ins Stadion. Dank Manningers Glanztat und dem Festhalten an Markus Weinzierl tanzen sie 2015/16 auch durch Europa.
Es sind Szenen wie bei einer Meisterfeier. Jubel-Trauben auf dem Spielfeld, wildfremde Menschen, die sich auf den Tribünen umarmen, attraktive Hostessen, die die Humpen mit dem Bier eines ortsansässigen Brauers auf den Rasen tragen und die obligate Bierdusche für Trainer und Verantwortliche. Wer hat’s erfunden? Die Bayern! Die Großkopferten aus München haben die „Weißbier-Dusche“ ab 1999 zu einem Ritual gemacht, das sich bis in die Niederungen des Amateurfußballs etabliert hat. Die Frage, wer in der Allianz Arena eine Woche zuvor gegen den FC Augsburg (3:0) als erster den Gerstensaft in den Kragen gegossen bekommt, ist in der Bundesliga-Saison 2012/13 wesentlich spannender als die Frage nach dem Deutschen Meister. Der heißt ziemlich zeitig mal wieder FC Bayern München.