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Unglaublich, aber wahr

Haller klaut den WM-Ball

Haller klaut den WM-Ball: Ziemlich unbekannt ist ein Schmankerl um Helmut Haller und den WM-Ball des Endspiels England gegen Deutschland im Jahr 1966.

Haller klaut den WM-Ball: Ziemlich unbekannt ist ein Schmankerl um Helmut Haller und den WM-Ball des Endspiels England gegen Deutschland im Jahr 1966. Denn der Deutsche nimmt - je nach Perspektive - im Eifer des Gefechts oder schäbig und ganz bewusst nach dem WM-Finale in Wembley (2:4 n. V. für England) den Spielball mit nach Hause. Er wird ein Geschenk für seinen damals fünfjährigen Sohn Jürgen, der später mit Kalle Riedle bei Blau-Weiß 90 Berlin in der Bundesliga spielt. Danach ist Schweigen und niemand kümmert sich so recht um den Verbleib des Balls.

Bis die Engländer 1996 die Europameisterschaft austragen und selbigen wiederhaben wollen – 30 Jahre nach dem Wembley-Tor. Im Vorfeld der EURO 1996 entfacht das britische Massenblatt ,,The Sun” eine aufgeladene Scheindebatte um das Spielgerät und fordert Haller auf, die Kugel an seinen „rechtmäßigen Besitzer“, den WM-Final-Hattrick-Schützen Geoff Hurst „zurückzugeben“. Hurst lässt öffentlich verlautbaren, dass er dem Ball „einen Ehrenplatz in seinem Haus“ geben würde.

Wenig später übernimmt der ,,Daily Mirror” die Führung in der medialen Posse und organisiert eine erfolgreiche „Rückholaktion“- ganz nach dem Motto der Europameisterschaft „Football is coming home“. Der Ball nimmt auf dem Flug nach London einen eigenen Platz im Flugzeug neben Helmut Haller ein. Nach der Ankunft veranstaltet die Zeitung eine Übergabe an Geoff Hurst und veröffentlicht am 27. April 1996 ein Bild eines ballküssenden Geoff Hurst nebst pathosbeladenem Begleittext.

Oh My God!

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