Kapitel 02

Good to Know

Was wenige wissen
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Die Fans des FC Augsburg gelten als nicht besonders aggressiv. Dennoch besteht eine ausgeprägte Fanfeindschaft mit den Fans von TSV 1860 München. Die Spiele zwischen dem FC Augsburg und dem TSV Schwaben Augsburg sind die wichtigsten Stadtderbys, finden allerdings nur unregelmäßig und auf Testspielbasis statt. Zu den Anhängern von anderen Vereinen aus Süddeutschland bestehen vereinzelt Rivalitäten. So beispielsweise zu den Fans des VfB Stuttgart (Schwabenderby) und zu den Fans vom FC Ingolstadt und der TSG Hoffenheim.

Die Animositäten der Augsburger Fans sind durchaus bekannt, weniger bekannt sind einige ausgewählte Fanfreundschaften. Die erste ausgeprägte Fanfreundschaft der FCA-Anhänger entsteht „der Legende nach“ zwischen den Augsburger Fans und den Fans der Spvgg. Oberfranken Bayreuth. Die Fanfreundschaft wird heute kaum noch gepflegt. Aktive Fanfreundschaften bestehen zwischen den Fans des FC Augsburg und den Fans von Kickers Würzburg, dem SSV Ulm und von Borussia Dortmund. Für eine positive Grundstimmung gegenüber den Fans der Auswärtsmannschaften wollen einige Augsburger Fans im Rahmen ihres Projekts „Augsburg Calling“ sorgen. Das Fanprojekt ermöglicht es Heim- wie Auswärtsfans, die Stadt und einander kennenzulernen, gemeinsam zu feiern und Gewaltpotenziale im Vorfeld eines Spiels zu minimieren.

Der FC Augsburg steht in der Fußball-Bundesliga für eine der größten Aufholjagden aller Zeiten im Abstiegskampf. Die Jagd erfolgt in der Saison 2012/13, als der Verein die Hinrunde mit 9 Punkten auf dem 17. Platz abschließt. In der Rückrunde erzielt das Team dann 24 Punkte und landet in der Rückrundentabelle auf Platz 7. Das ist nicht jedem Bundesligafan bekannt, aber natürlich den Augsburg-Aficionados. Was aber auch nur wenige Augsburg-Kenner wissen: Das Team von Trainer Weinzierl und Manager Reuter hat in der Saison 2012/13 ganz besondere Stärken und Schwächen. So gewinnt der FCA keine einzige 2. Halbzeit in der Saison – jedenfalls nicht bei Auswärtsspielen. 8-mal hält man auswärts ein Remis, 9-mal verliert man die 2. Halbzeit auf gegnerischem Platz und schießt dabei insgesamt nur vier Auswärtstore, kassiert aber 17. Dafür ist man in der gesamten Saison ein guter Gastgeber - zumindest kein Rambo. Denn zusammen mit Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern ist der FCA das einzige Team, welches in der Saison 2012/13 zu Hause keine Rote Karte kassiert.

Der FC Augsburg hat im Laufe seiner Bundesliga-Zugehörigkeit aufgrund seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten immer wieder eigene „Stars“ entwickelt – und diese gewinnbringend verkauft. Der Ghanaer Abdul Rahman Baba ist mit einer Ablösesumme von 20 Millionen Euro, die der FC Chelsea 2015 an den FCA überweist, der bis zum Ende der Hinrunde 2019/20 teuerste Abgang in der Geschichte des FCA. Weitere Top-Transfers sind Martin Hinteregger, den es im Sommer 2019 für zwölf Mio. Euro zum Liga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt zieht, und der Koreaner Jeong-ho Hong, den der chinesische Super-League-Klub JS Suning 2016 für sechs Millionen Euro holt. Auch das gehört zum Fußball-Allgemeinwissen. Was nur wenige wissen: Billig einkaufen und teuer verkaufen ist in Augsburg kein bayerisch-schwäbischer „Gendefekt“, sondern schiere Notwendigkeit. Denn regelmäßig ist der Verein der Klub in der Bundesliga mit dem niedrigsten Etat aller Vereine. So in der Aufholsaison 2012/13 aber auch zum Beispiel in der Spielzeit 2017/18. Hat Augsburg in der Saison 2016/17 noch vor Vereinen wie Darmstadt, Ingolstadt und Freiburg den viertkleinsten Etat, so reicht selbst ein deutlich erhöhter Etat in der Folgesaison nicht, um in dieser Statistik die rote Laterne abzugeben.

Und: Der FC Augsburg ist im Gegensatz zum bayerischen Rivalen 1860 München ein Beispiel für geglücktes Mäzenatentum und eine sinnvolle Investorenpartnerschaft. Nach Jahren der Bedeutungslosigkeit in den Niederungen des deutschen Fußballs beginnen erst durch den Einstieg einer Investorengruppe um den ehemaligen Textilunternehmer Walther Seinsch im Jahr 2000 die wirtschaftliche Sanierung und der sportliche Wiederaufstieg des Vereins. Seinsch übernimmt das Präsidentenamt beim FCA und forciert die Ausgliederung des Profifußball-Spielbetrieb in eine GmbH & Co. KGaA mit professionellen Strukturen.

Walther Seinsch FC Augsburg Sanierung Aufstieg
Abb.1.1.2 Walther Seinsch (Mitte) saniert den FC Augsburg und leitet den Aufstieg des Vereins ein. Foto: Imago Images/Krieger
Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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